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Prof. Dr. Walter Bruch: Der Erfinder der PAL Farbfernsehtechnik

 

Die Welt wird von der Technik in Atem gehalten. Mittler dazu ist das Fernsehen. Die Landung auf dem Mond, faszinierendes Wunder der Technik, über das Fernsehen von 600 Millionen Menschen miterlebt, wurde auch zu einem Höhepunkt in der Entwicklungsgeschichte des Fernsehens. Deutlich zeigte sich, daß das Fernsehen, das uns Techniker gebracht haben, als besonders markante Ausdrucksform unserer Zeit heute eine Bedeutung hat, die weit über den Bereich der Technik hinausgeht.

 

fernseher drwalterbruch

Autogramm von Dr. Walter Bruch mit Original Unterschrift

 

Vor allem innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte hat das Fernsehen einen immer größeren Einfluß auf unser geistiges, politisches und soziales Leben gewonnen. In diesem Sinne ist diese Dokumentation auch nicht in erster Linie ein technisches Buch. Vielmehr ging es mir um eine umfassende Darstellung des Hintergrundes, vor dem das Phänomen »Fernsehen« erst verständlich werden kann: Von den ersten Höhlenzeichnungen über die verschiedensten Ausdrucksformen der bildenden Kunst, die Fotografie und schließlich das bewegte Filmbild führte ein Weg, der — stets von technischen Überlegungen und Entwicklungen vorgezeichnet — gleichsam zwangsläufig zum Fernsehen führte. Dieser im ersten Moment vielleicht überraschend anmutende historische Zusammenhang wird in diesem Buch gezeigt werden. Damit ist ein weiter Bogen gespannt. Abenteuerlich, wie ein Roman, bot sich mir bei der Niederschrift die Geschichte des Fernsehens dar. Nicht alle Figuren dieses Romans, nicht alle Pioniere, denen das Fernsehen sein Werden verdankt, konnten in diesem Buch erwähnt werden. So bunt und so vielseitig präsentiert sich die Geschichte des Fernsehens, daß sich die Zahl ihrer Akteure kaum überschauen läßt. Wie auf vielen Gebieten der Technik, sind auch beim Fernsehen oft gleiche Ideen an mehreren Stellen geboren worden. Manchmal war ein Gedanke — auf Papier niedergelegt und zunächst nicht mehr weiter verfolgt — erst Jahre später ungeheuer fruchtbar. Andere Forscher widmeten einen ganzen Lebensabschnitt der Erforschung eines Prinzips, ohne daß sie einen praktischen Erfolg erzielen konnten, weil die Zeit dafür noch nicht reif war. So ergibt es sich, daß hier nur alle die Persönlichkeiten herausgestellt werden konnten, durch deren Forschungsarbeiten typische Entwicklungsstufen des Fernsehens markiert sind.

 

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Dennoch kann ich jedem Leser versprechen, daß er in diesem Buch eine ungewöhnlich große Zahl von ebenso verschiedenartigen wie interessanten historischen Persönlichkeiten kennenlernen wird. Denn anders als heute, wo entscheidende technische Neuentwicklungen meistens nur noch in gemeinsamer Teamarbeit verwirklicht werden, haben früher einzelne, oft von ihren Ideen geradezu besessene Forscher und Erfinder die Technik vorangebracht.

In Europa hat die eigentliche Fernsehtechnik ihren Anfang genommen, von Pionieren in der ganzen Welt ist sie befruchtet worden. Damit ist die Geschichte des Fernsehens so international und weltweit, wie sich das Fernsehen heute auf Millionen von Bildschirmen durch seine Programme darstellt.

Werner von Siemens schrieb zur »elektrischen Technik«: »Ein glückliches Zusammentreffen war es, daß mein Leben gerade in die Zeit der schnellen Entwicklung der Naturwissenschaften fiel, und daß ich mich besonders der »elektrischen Technik» schon zuwandte, als sie noch ganz unentwickelt war und daher einen fruchtbaren Boden für Erfindungen und Verbesserungen bildete. «Ersetzt man die »elektrische Technik« durch die »Fernsehtechnik«, so kann ich die glückliche Fügung, die mich mit dem Fernsehen groß werden ließ, nicht besser als mit diesen Worten ausdrücken. Denn im weiteren Sinne durfte ich seit nunmehr vierzig fahren, hauptberuflich jedenfalls seit 1933, meinen Teil zur Entwicklung des Fernsehens beitragen.

 

Walter Bruch

Dr. Walter Bruch in seinem Laboratorium in Hannover bei Telefunken

 

Auch wenn ich dadurch oft Augenzeuge war, hoffe ich, trotz der unvermeidlich subjektiven Eingliederung von eigenen Erlebnissen, ein genügend objektives Bild gezeichnet zu haben. In der Geschichte der Technik mit ihren rasanten Fortschritten genügen sicherlich oft schon einige Jahre, um den erforderlichen kritischen Abstand zu gewinnen. Bei den Vorgängen, die noch ablaufen, die — wie etwa das Farbfernsehen — noch mitten in der Entwicklung stehen, konnte ich darüberhinaus über unmittelbare aktuelle und persönliche Erlebnisse berichten. So entstand dieses Buch aus Dank dafür, daß ich ein Leben lang an der Verwirklichung eines der Wunder unserer Zeit mitarbeiten durfte.

Dank sagen möchte ich allen, die mir den Weg zum Fernsehen geebnet haben, vor allem meinem ehemaligen Chef, Professor Dr. Fritz Schröter.

 

Inhaltsverzeichnis dieser Dokumentation mit folgendem Flipbook

  • Mit den Bildserien der Moritatensänger fing es an
  • Utopisten träumen vom Fernsehen
  • Erste Bilder an der Wand
  • Und schon gibt es ein Programm
  • Das Standbild wird fixiert. Die Geschichte der Fotografie
  • Die Bilder lernen laufen
  • Ein Abbe drahtet Bilder von Lyon nach Paris
  • Licht beeinflußt den elektrischen Strom — Bell telefoniert mit Licht
  • Die erste Idee für ein Fernauge. De Paiva und Senlecq streiten sich um die Priorität
  • Wie Paul Nipkow den ersten deutschen Fernseher erfand
  • Später Ruhm
  • Fotografien werden über Draht in die Ferne geschickt
  • Zwar schreibt man über Fernsehen
  • Das Wissen vom Licht
  • Die Geburt der Elektronik
  • Die phantastische Geschichte des schottischen Fernseh-Erfinders John Logie Baird
  • Ein Forscher widmet sein Leben dem Fernsehen
  • In Berlin suggeriert ein Erfinder den »Volksfernseher«
  • Rückblende: Die Braunsche Röhre wird erfunden
  • Rußland meldet sich
  • Der Fernsehempfänger wird elektronisch
  • Das Berlin der dreißiger Jahre, eine Metropole des Fernsehens
  • In Deutschland wird Fernsehen politisch
  • Das Auge als Vorbild der Fernsehgeber
  • Zworykin erfindet das Elektronenauge
  • Die Kameras werden beweglich und gehen nach draußen
  • Deutschland zeigt Fernsehen in Paris
  • Das Fernsehen bekommt ein Programm
  • England startet mit dem ersten Fernsehprogramm hoher Definition
  • Was tat sich in Frankreich?
  • Und was geschah in Amerika?
  • Fernsehen im letzten Weltkrieg
  • Radaraugen durchdringen Nacht und Nebel
  • Renaissance des Fernsehens
  • Aus Funktürmen werden Fernsehtürme
  • Die Fernsehfinger aus Beton
  • Satelliten reichen die Bilder von einem Kontinent zum anderen
  • Die fernsten Bilder
  • Premiere: Fernsehen vom Mond
  • Programme werden aufgezeichnet
  • Sieh, während Du sprichst
  • Das Wunder der Farbe
  • Newton entdeckt die Natur der Farbe, Goethe streitet ab!
  • Young, Maxwell und Helmholtz definieren die Farbempfindungen
  • Farbfotografie und farbige Projektion als Vorläufer der Farbfernsehwiedergabe
  • Kleine Vorgeschichte der Farbfernsehtechnik
  • So schreibt man Farbbilder
  • Anfangs Mißerfolge in Amerika — Studien in Europa
  • Die Farbe wird verschlüsselt
  • Von NTSC zu PAL
  • Jetzt wird Farbfernsehen ein Politikum
  • Herzoperation farbig an der Wand
  • Weltfernsehen
  • Rückschau und Ausblick
  • Literatur
  • Register

 

Das Buch im PDF Format

 


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